Als Product Owner Assistant bei Liip unterstĂŒtze ich unsere Kund*innen dabei, den maximalen Nutzen aus den gemeinsam entwickelten Produkten zu ziehen. In diesem Artikel möchte ich die Erkenntnisse teilen, die ich wĂ€hrend des Relaunchs von pharmaSuisse – der neuen Plattform des Schweizerischen Apothekerverbands – gewonnen habe.​

Abschied von individuellen CMS, willkommen Open-Source-CMS

Die neuen Websites des Schweizerischen Apothekerverbands basieren auf der Open-Source-Lösung Drupal und umfassen ein entkoppeltes Frontend mit Nuxt, eine ERP-Integration, Benutzer*innenverwaltung, verschiedene E-Commerce-Workflows und eine Paywall, die Mitgliedern exklusiven Zugang zu Inhalten bietet.​

Mehrere Produkte auf einer Plattform betreiben

Gemeinsam mit pharmaSuisse haben wir eine Plattform entwickelt, die mehrere WebprÀsenzen bedient:

  • pharmasuisse.org Hier erhalten alle Mitglieder (Apotheken und Apotheker*innen) Zugang zu relevanten Informationen, können Produkte kaufen oder ihre Daten Ă€ndern.
  • ihre-apotheke.ch Diese Seite richtet sich an die Öffentlichkeit und hilft dabei, die passende Apotheke zu finden.​
  • fphch.org Dient als Einstiegspunkt fĂŒr die Ausbildung von Apotheker*innen.​

Alle drei Websites profitieren von denselben grundlegenden Funktionen:​

  • Ein modernes Designsystem, das leicht an die BedĂŒrfnisse der jeweiligen Website angepasst werden kann.​
  • Flexible Inhaltsblöcke und Bearbeitungsmöglichkeiten basierend auf unserem interaktiven Page Builder blökkli
  • Bidirektionale Synchronisation mit dem Navision-ERP-System dank des Odata API Sync module
  • Granulare, rollenbasierte Zugriffskontrollen, die es ermöglichen, Premium-Inhalte fĂŒr Verbandsmitglieder hinter einer Paywall bereitzustellen.​
  • Integriertes Shopsystem, das vier verschiedene Produkttypen wie physische Produkte, E-Learnings, digitale Downloads und LizenzschlĂŒssel mit Drupal Commerce bedient.
  • Leistungsstarke automatisierte Übersetzungsworkflows dank des Translation Management Tool-Ökosystems.  
  • Ein Form Builder, der es Redakteur*innen ermöglicht, Online-Formulare mit Webforms zu erstellen​ webforms zu erstellen.

Die Zusammenarbeit mit mehreren Product Ownern auf einer Plattform war fĂŒr mich inspirierend. In der Planung widmeten wir bestimmte Sprints den spezifischen BedĂŒrfnissen einer Plattform. Manchmal war es eine Herausforderung, die Anforderungen auf einer einheitlichen Plattform zu konsolidieren, aber die Vorteile waren offensichtlich: Jeder Fortschritt kam nicht nur einer der Site-Instanzen zugute, sondern automatisch auch den anderen.​

Gestaffelter Go-Live

Wir entschieden uns, zunĂ€chst mit der kleinsten Plattform live zu gehen. Dies gab uns die Möglichkeit, wertvolle Erkenntnisse fĂŒr die anspruchsvolleren Go-Lives zu sammeln, die danach folgten. Wenn möglich, empfehle ich, mit einer kleineren Version des Produkts live zu gehen, bevor ein umfassender Launch erfolgt, bei dem die Ausfallrisiken höher sein können.​

Anpassung des Tempos

Der Relaunch dieser Plattform betraf verschiedene Integrationspunkte. Eine komplexe ERP-Integration und weitere Schnittstellen mussten implementiert werden. Im Verlauf des Projekts stellten wir fest, dass das Liefertempo nicht mit dem der anderen beteiligten Organisationen ĂŒbereinstimmte und zu schnell war. Pausen halfen uns dabei, Stories zu testen und AbhĂ€ngigkeiten zwischen Systemen zu klĂ€ren. Seit dieser Erfahrung versuche ich, nach 2–4 Sprints Pausen einzulegen, damit die Beteiligten Zeit haben, das System zu nutzen, Erkenntnisse zu integrieren und Design- oder Konzeptfragen zu ĂŒberarbeiten, bevor wir mit weiteren Implementierungszyklen fortfahren.​

Feedback-Schleifen und Transparenz schaffen

In jedem komplexen Projekt kann sich die Situation im Laufe der Zeit drastisch Ă€ndern. Man gewinnt mehr Einblick in die Aufgaben, identifiziert AbkĂŒrzungen oder andere Hindernisse, und neue Ideen entstehen. Durch agile Methoden hielten wir alle auf dem Laufenden, indem wir von Anfang an funktionierende Software lieferten. So konnten wir die verbleibende Arbeit fĂŒr das MVP aktualisieren, neue Feature-Anfragen hinzufĂŒgen und weniger priorisierte streichen. Oft sind damit Kompromisse verbunden, und insbesondere bei der Neugestaltung eines gewachsenen Systems sorgen sich Menschen um wichtige Funktionen, an die sie gewöhnt sind und die sie verlieren könnten. Durch Transparenz darĂŒber, was in Bezug auf Zeit und Budget möglich ist, navigierten wir gemeinsam mit den Product Ownern durch die Scope-Diskussionen und lieferten die neue Plattform innerhalb von zehn Monaten.​

Ich möchte den drei Product Ownern von pharmaSuisse, Simona Kröni, Jens Apel, Cristian Dias, und dem gesamten pharmaSuisse-Team fĂŒr die engagierte Zusammenarbeit bei der Umsetzung dieses Web-Relaunchs mit Liip danken.